Formaldehyd

Allgemeine Beschreibung

Etwa 80-90 % des Tages halten wir uns in Innenräumen: zu Hause, in Verkehrsmitteln (Kraftfahrzeug, Bahn, Flugzeug) oder am Arbeitsplatz auf. Nur einen geringen Anteil des Tages verbringen wir im Außenluftbereich. Die Erfassung der Innenraumluftqualität und Untersuchung möglicher Innenraumluftverunreinigungen gewinnt deshalb seit Jahren an Bedeutung.

Formaldehyd ist ein süsslich-stechend riechendes Gas. Es führt zu tränenden, brennenden Augen sowie zu Kratzen im Rachen. Übelkeit und Atemprobleme können bei empfindlichen Personen bereits ab Konzentrationen von 0,1ppm (0,1 Formaldehydteilchen auf 1.000.000 Luftteilchen!) auftreten. Höhere Konzentrationen führen zu Asthmaanfällen. Langfristige Belastung führt zu Hautausschlägen und chronischen Erkältungskrankheiten. Formaldehyd kann zu Hypersensitivität führen. Das bedeutet, dass betroffene Personen bereits bei geringsten Dosen auf das heftigste reagieren. Formaldehyd hat im Tierexperiment Krebs ausgelöst und ist wahrscheinlich auch beim Menschen kanzerogen (krebsauslösend).

Vorkommen

Quellen von Formaldehyd sind Baustoffe (insbesondere Holzwerkstoffe), Kleidungsstücke, Dekostoffe, Klebstoffe (Leime) und Konservierungsmittel in Lacken, Farben und Kosmetika. Die wesentlichste Quelle bleiben weiterhin Holzspanplatten, aber auch Laminat sowie Wand- und Deckenpaneele. Obwohl die Formaldehydkonzentration in diesen Werkstoffen inzwischen stark gesenkt worden ist, bleibt eine grosse Problematik, da die bereits verbauten Produkte über Jahrzehnte ausgasen können. Insbesondere bei gleichzeitiger Feuchteproblematik und erhöhten Temperaturen kann die Belastung durch Formaldehyd rasant ansteigen.

Analyse und Beseitigung

Wichtig ist zunächst, wie bei allen Schadstoffen, festzustellen, ob eine Belastung durch Formaldehyd vorliegt.

Dies kann durch Analyse vor Ort mit Probenahme durch einen Baubiologen durchgeführt werden.

Wurde eine Belastung festgestellt, gilt es, den Verursacher herauszufinden. Handelt es sich bei den Verursachern um Einrichtungsgegenstände wie Schränke etc., sollten diese aus dem Raum entfernt werden. Bei belasteten Einbaumöbeln (Küche,Schränke,Decke,Böden) muß die Sanierungsmaßnahme vor Ort entschieden werden.

Grenzwerte

MAK-Wert 0,5 ppm
Grenzwert UBA-Innenräume 0,1 ppm
MIK-Wert Kurzzeit 0,06 ppm
WHO Empfehlung 0,05 ppm
MIK-Wert Dauer 0,02 ppm